«Energiestrategie steigert unsere Sicherheit»

sagt Christophe Keckeis, ehemaliger Schweizer Armeechef.

Auszug aus Interview, SonntagsZeitung, 14. Mai 2017, Pascal Tischhauser

Herr Keckeis, warum engagieren Sie sich als früherer Armeechef für die Energiestrategie? Die Energieproduktion ist ein hochstrategisches Thema. Weltweit werden neue Wege geprüft. Hightechländer wie unseres sollten in der Spitzengruppe mitmachen. Und: Die Energieautonomie einer Nation ist strategisch von hoher Bedeutung. Armeen sind abhängig von Energie. Wir müssen uns hier unbedingt weiterentwickeln und sollten nicht in kleinkarierten Gedanken stecken bleiben.

Halten Sie unsere Abhängigkeit von russischem Gas und arabischem Öl für gefährlich? Nein, nicht für gefährlich, aber für äusserst unsicher. Darum müssen wir die Auslandabhängigkeit senken. Die Energiestrategie ist ein guter Weg dazu. Die Atomära ist bald hinter uns, und bessere Alternativen sind im Anmarsch.

Meinen Sie wirklich, so erhöhe man die Schweizer Sicherheit? Ja, eindeutig, die Energiestrategie steigert die Sicherheit und Unabhängigkeit unseres Landes. Aber schon heute haben wir eine gute Dezentralisierung. Dank ganz unterschiedlicher Produktionsanlagen haben wir ein robustes Netz über das ganze Land. Wenn wir die Dezentralisierung nun aber weiter steigern, macht das die Versorgung in allen Teilen der Schweiz noch sicherer.